Häfen, darunter auch die Bremischen Häfen, stehen vor der Herausforderung, komplexe Hafenprozesse effizienter und transparenter zu gestalten. Derzeit erfolgt die Koordination von Schiffsanläufen in Bremerhaven über eine Vielzahl nicht vernetzter Systeme und manueller Kommunikationswege.
Medienbrüche, begrenzte Planungshorizonte und fehlende Echtzeitdaten erschweren eine vorausschauende Steuerung. Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit ist eine zentrale, interoperable Plattform zur Port Call Optimierung dringend erforderlich.
Mit DigiWeser entsteht im Überseehafen in Bremerhaven eine überbetriebliche Datenplattform als digitales Testfeld. Damit sollen sich u.a. neue Ansätze zur Port Call Optimierung erproben lassen. Ziel ist es dabei, eine standardisierte, modular erweiterbare Lösung zu schaffen, die alle relevanten Akteure – von Behörden über Terminals bis zu Reedereien – vernetzt und eine datenbasierte, Just-in-Time-Steuerung von Schiffsanläufen ermöglicht – ohne in hoheitliche Zuständigkeiten einzugreifen. Die Plattform und die darauf aufbauenden Lösun- gen sollen als Blaupause für weitere Hafenstandorte entlang der Weser sowie darüber hinaus dienen.
Für den Bereich der Containerterminals an der Stromkaje wird eine cloudbasierte Plattform als eigenständige Instanz eingerichtet. Über offene Schnittstellen werden bestehende Systeme wie das behördliche Planungssystem BrePOS und die Terminalsoftware (TOS-Systeme) angebunden. Die Plattform basiert auf einem Software-as-a-Service-Modell mit rollenbasiertem Zugriff und Event-Messaging. Sie ermöglicht die risikofreie Erprobung neuer digitaler Prozesse im laufenden Hafenbetrieb und erfüllt höchste Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit. Die technische Umsetzung erfolgt agil und iterativ, begleitet von einem strukturierten Stakeholdermanagement.