Die Binnenhäfen sind als Logistikdienst-leistende und Wachstumsmotoren für die gesamte Volkswirtschaft systemrelevant. Die konsequente Nutzung der mit der digitalen Vernetzung verbundenen Chancen und einem Ausbau entsprechender Infrastrukturen sind unverzichtbare Voraussetzung für Wohlstand und Wachstum und damit richtungsweisend für eine erfolgreiche Zukunft Deutschlands. Digitale Technologien können die Effizienz und Qualität logistischer Prozesse deutlich verbessern, indem sie dabei helfen, diese in Echtzeit möglichst vollständig zu digitalisieren, zu überwachen, zu steuern und zu verwalten.
Aus diesen Gründen beabsichtigt die Hafenverwaltung Kehl den Aufbau eines 5G-Campusnetzes auf dem Hafengelände (ca. 3,30 km²).
Durch das Projektvorhaben Kehl 2.0 soll auf Basis eines 5G-Campusnetzwerks ein digitales Testfeld geschaffen werden. Zusätzlich soll im Rahmen des Testfelds weitere zukunftsfähige digitale Infrastruktur in Form von OCR-Gates zur möglichen Erprobung von Ansätzen zur Überwachung und Steuerung des Güter-bahnverkehrs am zentralen Gleisanschluss zum Hafen und des LKW-Verkehrs zum hafeneignen Containerterminal aufgebaut werden. Weiterhin erfolgt die Integration des bestehenden Videoüberwachungssystems und der Laststeuerung der hafeneigenen Energieerzeugungsanlagen (insbesondere PV-Anlagen) sowie Verbraucher (Ladesäulen Hafenfahrzeuge und Landstromversorgung) in das digitale Testfeld. Darüber hinaus soll auf Basis des 5G-Netzes ein neues digitales hafeninternes Kommunikationssystem (Digitaler Funk und Prozesssteuerung) eingerichtet werden. Als weitere spätere Erprobungsmaßnahme im Anschluss an das Vorhaben ist geplant, im Hafen Kehl den Check-In-Prozess mit den Umschlag-fahrzeugen auf Schiene und Straße zu vernetzen, um so im Ziel eine intermodale Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger zu ermöglichen.
Nach einer Analyse- und Planungsphase werden in einem ersten Schritt die Netzwerk-planungen für das 5G-Campusnetz am Hafen Kehl durchgeführt. Auf dieser Basis erfolgt dann die weitere jeweilige hafenspezifische technische Ausstattung. Es ist geplant, erste Erprobungsmöglichkeiten wie beispielsweise eine intermodale Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger im Jahr 2028 realisieren zu können.